Bäckerei

Unsere „Finest Swiss Bakery“ wurde im Dezember 2010 an der Kao Junction in Fajikunda eröffnet. Ausgerüstet war sie zu Beginn mit einem gebrauchten Etagenofen aus Deutschland und einem Mischwerk. Von Beginn weg wurde das in Gambia übliche, helle Baguette hergestellt. Um die Kapazität zu erhöhen, wurde bald ein zweiter Ofen sowie ein Baguetteroller installiert. Dazu mussten wir einen Generator anschaffen, da die häufigen Stromunterbrüche zu zu grossen Verlusten geführt hatten.
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Bei Maximalproduktion können in der Bäckerei in zwei Schichten – einer Tages- und einer Nachtschicht – pro Tag rund 250kg Mehl zu Brot verarbeitet werden. Dabei beschäftigt die Bäckerei bis zu sieben Personen, plus eventuelle Lehrlinge. Das Brot wird direkt ab Bäckerei verkauft und an verschiedene kleine Läden ausgeliefert.

Im Herbst 2012 musste die Bäckerei vorübergehend geschlossen werden: Unsere alten Occasionsautos, welche wir für den Transport der Brote benützten, waren eines nach dem anderen ausgefallen. Dazu gab es Probleme mit der Stromversorgung: Anwohner der Bäckerei reklamierten bei den Strombehörden, wir hätten viel häufiger Strom als sie. In der Folge wurde die Bäckerei von der ursprünglichen, relativ zuverlässigen Stromleitung getrennt und an die gleiche Leitung angeschlossen wie die Privathaushalte rundherum, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Stromversorgung führte. Den Generator so häufig zu brauchen, lohnte sich einerseits ökonomisch nicht, andererseits führte dies auch zu weiteren Problemen mit den Anwohnern, welche sich durch den Lärm gestört fühlten. Zu dieser Zeit leitete ein junger Cousin von Foday die Bäckerei alleine, und all diese Probleme waren zu viel für ihn: Die Bäckerei konnte nicht mehr zuverlässig liefern und verlor viele Kunden.

Im Herbst 2013 konnte die Bäckerei schliesslich in den fertiggestellten Teil unseres eigenen Hauses in der Nähe des Flughafens Yundum einziehen. Seit November 2013 produziert die Bäckerei nun wieder – ein wenig abseits des Zentrums, so dass der Generatorlärm während der immer noch häufigen Stromausfällen weniger stört.

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Ein kritischer Punkt ist aber nach wie vor die Bäckereileitung: Hier konnten wir noch kein gemäss unseren Wünschen arbeitendes Management etablieren. Nach der Neueröffnung 2013 konnten wir zwar eine junge, sehr engagierte Leiterin anstellen, leider müssten wir uns aber ein Jahr später infolge finanzieller Unregelmässigkeiten von ihr trennen. Aktuell führt ein junges Management-Team die Bäckerei in einer Ko-Leitung. Amie und Alhagie weisen aber wenig Erfahrung auf, brauchen noch viel Anleitung und können nicht alle auftretenden Probleme selbst lösen. Ein wichtiger Schwerpunkt in der aktuellen Projektarbeit ist deshalb die Etablierung einer zuverlässigen, selbstständig funktionierenden und motivierten Bäckereileitung.

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